30 | 04 | 2017
Geschichte

Fünfstetten in der Vergangenheit


Auf einer Hochfläche jenseits der Hügel am Ortsrand des Rieses liegt das Pfarrdorf Fünfstetten, das urkundlich schon 1140 nachzuweisen ist. Hier lebte im 12. und 13. Jahrhundert ein zu den Ministerialen der Graisbacher gehöriges Adelsgeschlecht. Um 1283 erscheint Ulrich von Fünfstätt in einer Urkunde des Grafen Berthold von Graisbach für Kaisheim; im gleichenJahre schenkte Ritter Friedrich von Fünfstätt dem Kloster Niederschönenfeld graisbachische Lehengüter. Als Besitzer von Gütern in Fünfstetten erscheinen dann die Grafen von Hirschberg, und zwar als Lehensmannen zuerst der Eichstätter, seit 1294 der Regensburger Bischöfe.

Als Besitzer einiger Güter und Rechte finden sich noch: ein Ritter von Meienhart, ein Ministeriale der Grafen von Lechsgemünd, der 1292 einen Wald bei Fünfstetten verkaufte; ferner ein Konrad von Hoppingen, dessen Tochter 1396 ein Gut an die Grafen von Oettingen verkaufte.

Ferner hatten um 1356 auch die Ritter von Calentin und Rehau Besitzungen sowie die Grafen von Oettingen, die im Jahre 1497 ihre Güter in Fünfstetten mit der Stadt Wemding an Herzog Ludwig von Bayern verkauften. Der Kirchensatz gelangte 1361 durch Kauf an den Deutschorden zu Ellingen, in dessen Besitz er 1480 noch war.



Seit etwa 1400 gehörten das Schloß und der Großteil des Dorfes den Rittern von Wemding. Im Jahre 1430 teilte Seyfried von Wemding seine Hausgüter: Jörg erhielt dabei das Dorf Fünfstetten; er starb 1474. Bis 1520 blieb der Ort im Besitz der Wemdinger und kam dann durch Heirat an Johann Reinhard von Ow. Wiederum durch Heirat fiel der Besitz im Jahre 1651 an den Freiherrn Hans Sebastian Späth von Zwiefalten, der von Pfalz-Neuburg als Landsasse anerkannt wurde. 1762 kaufte Freiherr Franz Maximilian Karl von Rehlingen die Hofmark mit Otting für 70.000 Gulden.

Im Jahre 1810 erwarb Karl Friedrich Stephan Freiherr von Schönfeld den Besitz. Er wurde ein Jahr später zum Grafen von Fünfstetten und Otting erhoben und nahm im Schloß Wohnsitz, wozu erst allerdings größere Umbauten erforderlich waren. Sein Nachfolger verkaufte den gesamten Besitz an Private. Das ehemalige Schloß wurde im Jahre 1907 vom Kloster Maria Stern in Augsburg erworben.

Geschichtlich überliefert ist die Weihe der St.-Dionysius-Kirche, die um 1057 Bischof Gundekar von Eichstätt vorgenommen hat. 1626 großenteils neu aufgebaut und später mehrmals verändert, weist sie in dem schön wirkenden Innenraum reichen Stuck und gute Rokokodekoration auf. Im Pfarrgebiet stehen noch die Marienkapelle; 1696 erbaut, und die barocke Kapelle Heidmersbrunn.


Zur Pfarrei Fünfstetten gehören: die Einöden Obere und Untere Beutmühle; der Asbacherhof, ein oettingisches Lehen, das bereits im kurbayerischen Gebiet lag und auch einen Teil der Steuern nach Monheim abgab; das Kirchdorf Nußbühl mit den Einöden

Mittelwegerhof, lngershof, Biberhof und dem Dorf Heidmersbrunn. Der einst ebenfalls dazugehörige, schön gelegene Rothenbergerhof ist nun nach Wemding eingepfarrt.

Fiinfstetten hat im Rahmen der zwischenzeitlich vollzogenen Flurbereinigung, in die die Veränderung des Ortsbildes mit einbezogen wurde, erheblichen Zugewinn genommen. Rasenflächen, Bepflanzung und Wegegestaltung zeugen davon.


Ortsteil von Fünfstetten Nußbühl


Das Kirchdorf Nußbühl, zu dem die Weiler und Gehöfte Heidmersbrunn, Biberhof, lngershof, Mittelwegerhof und Rothenbergerhof gehören, wird erstmals im Jahre 1282 als »Nuzbühel« urkundlich genannt.

Da die Reichsmarschälle von Pappenheim Besitzungen in Nußbühl hatten, erscheint der Ort um 1444 oft in pappenheimschen Urkunden und Salbüehern. Im Jahre 1516 wurde ein Benefizium bei der Kirche in Nußbühl genannt. Die St.-Jakobs-Kirche auf einer Anhöhe mitten im Dorf ist eine Filiale von Fünfstetten. Die Kirche ist, nach dem kräftigen Bruchsteinmauerwerk, den hochliegenden Fenstern und der halb ovalen Ostapsis zu urteilen, ein romanischer Bau. Sie macht mit dem gotischen Turm einen sehr wehrhaften Eindruck. Die Kirche wurde im Dreißigjährigen Krieg beschädigt und konnte erst 1696 wiederhergestellt werden. Das Gemälde mit dem heiligen Georg ist eine Stiftung des Nußbühler Ehepaares Georg und Margarethe Eberle.

Quelle und Copyright Landkreis Donau-Ries-Buch